Eheringe und Verlobung

Was kosten Eheringe in der Schweiz? Metallwert, Arbeit, Steine und wie Sie Offerten vergleichen

Wovon der Preis von Eheringen abhängt: Gewicht, Feingehalt, Tageskurs, Arbeit, Steine und Gravur – mit Rechenbeispiel und Checkliste für Offerten.

Was Eheringe in der Schweiz kosten, lässt sich nicht mit einer einzigen Zahl beantworten. Eine öffentlich zugängliche, methodisch dokumentierte Preiserhebung für Eheringe haben wir nicht gefunden; Spannen, die Hochzeitsportale nennen, sind meist grobe Schätzungen ohne Angaben zur Methode. Belastbar ist dagegen, woraus sich der Preis zusammensetzt – und ein Teil davon, der Metallwert, lässt sich selbst nachrechnen.

Woraus besteht der Preis eines Ehering-Paars?

Eine Offerte für Eheringe vom Goldschmied enthält typischerweise diese Bestandteile:

Bestandteil Was ihn bestimmt Worauf Sie achten sollten
Edelmetall Gewicht, Feingehalt, Tageskurs Gewicht und Feingehalt pro Ring schriftlich nennen lassen
Arbeit Handarbeit oder Guss, Profil, Oberfläche, Anzahl Arbeitsschritte Fragen, ob die Ringe im eigenen Atelier entstehen
Steine Art, Grösse, Qualität, natürlich oder laborgezüchtet Steine einzeln mit Beschreibung ausweisen lassen
Fassen Anzahl Steine und Fassungsart Bei vielen Steinen (Memoire) separat aufführen
Gravur Technik (Hand, Maschine, Laser), Umfang Prüfen, ob eine Innengravur inbegriffen ist
Mehrwertsteuer Normalsatz 8,1 Prozent Klären, ob die Preise inklusive oder exklusive sind

Der Normalsatz der Mehrwertsteuer beträgt gemäss Eidgenössischer Steuerverwaltung seit dem 1. Januar 2024 8,1 Prozent. Nach der Preisbekanntgabeverordnung müssen überwälzte öffentliche Abgaben im Preis für Konsumentinnen und Konsumenten inbegriffen sein.

Welche Metalle und Feingehalte gibt es?

Das Edelmetallkontrollgesetz (EMKG) kennt vier Edelmetalle: Gold, Silber, Platin und Palladium. In Anhang 2 legt es fest, welche Feingehalte in der Schweiz zulässig sind:

  • Gold: 375, 585, 750, 916 und 999 Tausendstel
  • Platin: 850, 900, 950 und 999 Tausendstel
  • Palladium: 500, 950 und 999 Tausendstel
  • Silber: 800, 925 und 999 Tausendstel

Der Feingehalt gibt an, wie viele von 1000 Gewichtsteilen reines Edelmetall sind. Ein Ring in Gold 750 besteht also zu 75 Prozent aus Gold – das entspricht 18 Karat. Der Rest der Legierung, etwa Silber, Kupfer oder Palladium, bestimmt Farbe und Härte und damit, ob der Ring gelb, rot oder weiss wirkt.

Für den Preis heisst das: Je höher der Feingehalt, desto mehr reines Gold steckt im Ring und desto höher ist der Metallwert bei gleichem Gewicht. Titan, Edelstahl, Tantal oder Carbon sind keine Edelmetalle im Sinne des Gesetzes; sie werden für Ringe ebenfalls verwendet, unterliegen aber nicht den Bezeichnungsregeln für Edelmetallwaren.

So rechnen Sie den Metallwert selbst nach

Der Metallwert ergibt sich aus drei Grössen: dem Gewicht des Rings, dem Feingehalt und dem aktuellen Kurs des reinen Edelmetalls. Die Rechnung lautet:

Gewicht in Gramm × Feingehalt in Tausendsteln ÷ 1000 × Kurs pro Gramm Feingold

Ein Rechenbeispiel mit einem angenommenen Kurs von 100 Franken pro Gramm Feingold – das ist eine Annahme zur Veranschaulichung, kein aktueller Kurs:

Ring Gewicht Feingehalt Reines Gold Metallwert bei 100 Fr./g
Damenring 4 g 750 3,0 g 300 Franken
Herrenring 6 g 750 4,5 g 450 Franken
Paar in Gold 750 10 g 750 7,5 g 750 Franken
Gleiches Paar in Gold 585 10 g 585 5,85 g 585 Franken

Zwei Dinge zeigt das Beispiel: Erstens wirken sich Breite und Stärke über das Gewicht direkt auf den Preis aus. Zweitens ist der Metallwert nur ein Teil des Ringpreises. Arbeitszeit, Legierungsmetalle, Materialverluste in der Werkstatt, Steine und Gravur kommen dazu. Platin hat eine höhere Dichte als Gold; ein Ring gleicher Form wiegt in Platin deshalb mehr. Viele Ateliers rechnen das Edelmetall zum Tageskurs ab, sodass sich der Preis zwischen Offerte und Bestellung verändern kann. Fragen Sie, ob und wie lange der Metallpreis in der Offerte gilt.

Was treibt die Arbeitskosten?

Goldschmiedinnen und Goldschmiede EFZ lernen in einer vierjährigen Lehre unter anderem Giessen, Schmieden, Löten, Polieren und das Fassen von Steinen. Wie viel Arbeitszeit in einem Ring steckt, hängt stark vom Entwurf ab:

  • Herstellungsweg: Ringe aus Draht oder Blech von Hand geschmiedet, gegossen nach einem Wachs- oder CAD-Modell oder aus vorgefertigten Rohlingen fertiggestellt.
  • Profil und Oberfläche: Ein schlichter, polierter Ring braucht weniger Schritte als ein Ring mit Fugen, zwei Goldfarben, Hammerschlag oder Mattierung.
  • Steine: Ein einzelner Stein ist schneller gefasst als ein rundum besetzter Memoirering. Memoireringe lassen sich zudem später kaum in der Grösse ändern.
  • Gravur: Lasergravuren werden oft pauschal oder nach Zeichen berechnet, Handgravuren nach Aufwand. Bei manchen Ateliers ist eine einfache Innengravur im Ringpreis enthalten.

Wer seine Ringe in einem Eheringkurs selbst schmiedet, bezahlt in der Regel einen Kurspreis plus das verbrauchte Edelmetall.

Steine: natürlich oder laborgezüchtet?

Bei Eheringen mit Diamanten macht der Stein oft einen grossen Teil des Preises aus. Neben natürlichen Diamanten bieten viele Ateliers laborgezüchtete Diamanten an. Die Bezeichnungsrichtlinie der Diamantbranche, die sich auf die Norm ISO 18323 und das «Diamond Blue Book» der CIBJO stützt, sieht dafür die Begriffe «synthetisch», «laborgezüchtet» oder «im Labor hergestellt» vor. Wörter wie «echt», «natürlich» oder «kostbar» sind natürlichen Steinen vorbehalten, Begriffe wie «Kulturdiamant» sollen nicht verwendet werden.

Das Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) verbietet unrichtige oder irreführende Angaben über Waren. Achten Sie darauf, dass Offerte und Rechnung klar angeben, ob ein Stein natürlich oder laborgezüchtet ist.

Woran Sie einen korrekt bezeichneten Ehering erkennen

Edelmetallwaren dürfen in der Schweiz nur mit einem gesetzlichen Feingehalt in Verkehr gebracht werden. Daneben muss eine Verantwortlichkeitsmarke stehen, die beim Zentralamt für Edelmetallkontrolle registriert ist. Die Edelmetallkontrolle vergleicht diese Marke mit einer Unterschrift: Wer sie anbringt, ist für Zusammensetzung und Bezeichnung verantwortlich. Bei Platin und Palladium muss zusätzlich die Metallart angegeben sein, etwa «Pt 950».

Das gilt auch für importierte Ringe, die in der Schweiz verkauft werden: Nach den Angaben der Edelmetallkontrolle muss Handelsware bereits bei der Einfuhr die Bezeichnungsvorschriften erfüllen, also Feingehalt und Verantwortlichkeitsmarke tragen. Wer Ringe für den Eigengebrauch im Ausland bestellt, bezahlt bei der Einfuhr in der Regel Zoll und Mehrwertsteuer.

Plaquéwaren und vergoldete Waren aus unedlem Metall dürfen keine Feingehaltsangabe tragen; vergoldetes Silber trägt den Feingehalt des Silbers und muss als Silber bezeichnet sein. Ein Ring mit dem Stempel «750» und einer Verantwortlichkeitsmarke ist also massives Gold dieses Feingehalts.

Checkliste für den Offertvergleich

Offerten verschiedener Ateliers sind nur vergleichbar, wenn sie dieselben Angaben enthalten. Fragen Sie nach:

  1. Metall und Feingehalt pro Ring, etwa «Gold 750 Rotgold» oder «Platin 950»
  2. Ungefähres Gewicht pro Ring und ob der Metallpreis zum Tageskurs angepasst wird
  3. Breite, Stärke und Profil
  4. Steine mit Art, Grösse, Qualität und dem Hinweis natürlich oder laborgezüchtet
  5. Gravur: Technik, Umfang und ob sie inbegriffen ist
  6. Liefertermin, Anzahlung und Zahlungsbedingungen
  7. Spätere Leistungen: Grössenänderung, Aufarbeitung, Rhodinieren bei Weissgold
  8. Preise inklusive oder exklusive Mehrwertsteuer

Mit diesen Angaben können Sie auch nachvollziehen, wie viel des Preises auf das Material und wie viel auf die Arbeit des Ateliers entfällt.

Häufige Fragen

Wie viel kosten Eheringe in der Schweiz?
Eine repräsentative Preiserhebung gibt es nicht. Der Preis hängt vor allem von Metall, Gewicht, Steinen und Arbeitsaufwand ab. Den Metallwert können Sie selbst berechnen: Gewicht in Gramm mal Feingehalt geteilt durch 1000 mal Tageskurs pro Gramm Feingold.
Sind Platin-Eheringe teurer als Gold-Eheringe?
Häufig ja, weil Platin dichter ist als Gold: Ein gleich geformter Ring wiegt in Platin mehr, und Platin ist anspruchsvoller zu verarbeiten. Entscheidend sind aber die Tageskurse beider Metalle und der Arbeitsaufwand des Ateliers.
Ist bei Eheringen die Mehrwertsteuer im Preis enthalten?
Preise, die Konsumentinnen und Konsumenten bekanntgegeben werden, müssen nach der Preisbekanntgabeverordnung überwälzte öffentliche Abgaben enthalten, also auch die Mehrwertsteuer. Prüfen Sie bei individuellen Offerten trotzdem, was ausgewiesen ist. Der Normalsatz beträgt seit dem 1. Januar 2024 8,1 Prozent.
Woran erkenne ich, dass ein Ehering aus echtem Gold ist?
An der Feingehaltsangabe in Tausendsteln, etwa 585 oder 750, und an der Verantwortlichkeitsmarke daneben. Beides ist in der Schweiz für Edelmetallwaren vorgeschrieben. Plaquéringe und vergoldete Ringe aus unedlem Metall dürfen keine Feingehaltsangabe tragen.

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