Was macht ein Atelier für Schmuckschätzungen?
Eine Schmuckschätzung ist ein schriftliches Gutachten, in dem eine Fachperson Metall, Feingehalt, Steine und Zustand eines Schmuckstücks beschreibt und einen Wert für einen bestimmten Zweck angibt – etwa für die Versicherung, eine Erbteilung oder einen Verkauf.
Ein Schmuckstück hat je nach Zweck unterschiedliche Werte: Der Wiederbeschaffungswert für die Versicherung liegt meist über dem Betrag, den man bei einem Verkauf erhält, und der reine Metallwert ist oft der tiefste. Eine gute Schätzung nennt deshalb immer, für welchen Zweck sie gilt, und beschreibt das Stück so genau, dass es eindeutig zugeordnet werden kann – mit Gewicht, Feingehalt, Steinen und Foto.
Schätzen von Schmuck ist in der Schweiz kein geschützter Beruf. Viele Goldschmiede haben sich in Gemmologie weitergebildet; die Schweizerische Gemmologische Gesellschaft (SGG) setzt sich für die gemmologischen Kenntnisse ihrer Mitglieder ein. Für die eindeutige Bestimmung grösserer Steine – Naturstein oder synthetisch, behandelt oder unbehandelt, Herkunft – gibt es spezialisierte Labore wie das Schweizerische Gemmologische Institut SSEF in Basel. Ein Laborbericht beschreibt den Stein, eine Schätzung ordnet den Wert ein.
Für Versicherungen kann eine aktuelle Schätzung wichtig sein, weil Schmuck ohne Beleg im Schadenfall schwer nachzuweisen ist. Fragen Sie Ihre Versicherung, welche Unterlagen sie verlangt und wie alt eine Schätzung höchstens sein darf.
Kosten und Abrechnung
Schätzungen werden pauschal pro Stück, nach Aufwand oder – seltener – nach einem Prozentsatz des geschätzten Werts berechnet. Ein Preis, der nicht vom geschätzten Wert abhängt, vermeidet Interessenkonflikte. Laborberichte für Steine kommen separat dazu.