Was macht ein Atelier für Schmuckumarbeitungen?
Bei einer Schmuckumarbeitung gestaltet ein Goldschmied vorhandenen Schmuck – etwa geerbte Ringe, Ketten oder Altgold – zu einem neuen Stück um, wobei Steine wiederverwendet und das Edelmetall eingeschmolzen oder verrechnet werden kann.
Viele Schmuckstücke liegen ungetragen in der Schublade, weil sie nicht mehr gefallen oder nicht passen. Eine Umarbeitung erhält den Erinnerungswert: Die Steine eines Erbstücks werden neu gefasst, ein alter Ring wird zum Anhänger, mehrere Stücke werden zu einem neuen. Ein Goldschmied prüft zuerst, was sich wiederverwenden lässt, und schlägt dann Entwürfe vor.
Beim Edelmetall gibt es zwei Wege: Das Atelier verarbeitet Ihr eigenes Gold weiter, oder es verrechnet den Metallwert und verwendet neues Material. Altgold besteht oft aus verschiedenen Legierungen und enthält Lot; der genaue Feingehalt ist deshalb nicht immer bekannt. Fragen Sie, wie das Atelier den Feingehalt bestimmt und wie der neue Schmuck bezeichnet wird – das fertige Stück muss wie jede Edelmetallware einen gesetzlichen Feingehalt und eine Verantwortlichkeitsmarke tragen.
Eine Umarbeitung läuft meist in diesen Schritten ab: Das Atelier wiegt den Schmuck, liest die Feingehalte ab und hält Stücke, Gewicht und Steine auf einer Quittung fest. Dann werden die Steine ausgefasst und geprüft, ein Entwurf als Skizze oder CAD-Modell zeigt, wie viel des eigenen Golds ins neue Stück fliesst, und erst nach Ihrer Freigabe wird geschmiedet oder gegossen, gefasst und bezeichnet. Wer gewerbsmässig Schmelzprodukte herstellt, braucht eine Schmelzbewilligung; ob ein Atelier Ihr Gold selbst einschmilzt oder an eine Scheideanstalt gibt, hängt deshalb auch von seinen Bewilligungen ab.
Kosten und Abrechnung
Eine Umarbeitung kostet Arbeitszeit für Entwurf, Ausfassen, Schmelzen oder Scheiden und die neue Anfertigung. Der Wert Ihres Altgolds wird gutgeschrieben oder fliesst direkt ins neue Stück ein; wie viel er ausmacht, hängt von Gewicht, Feingehalt und Tageskurs ab. Fehlt Material, wird neues dazugekauft. Lassen Sie sich die Gutschrift für Altgold und die Arbeitskosten getrennt ausweisen.