Eheringe und Verlobung

Ehering und Verlobungsring: An welcher Hand trägt man sie in der Schweiz?

In der Schweiz trägt man den Ehering meist links, in Deutschland und Österreich rechts. Was für den Verlobungsring gilt und wie man beide kombiniert.

«Ehering Schweiz welche Hand» gehört zu den häufigsten Fragen rund um den Ehering – und das hat einen Grund: Wer im deutschen Sprachraum sucht, liest oft, der Ehering gehöre an die rechte Hand. Das stimmt für Deutschland und Österreich, nicht aber für die Schweiz. Dieser Ratgeber fasst zusammen, was die Quellen sagen, wo sie sich widersprechen und was Sie beim Kombinieren von Verlobungsring und Ehering beachten sollten.

In der Schweiz wird der Ehering üblicherweise am Ringfinger der linken Hand getragen. Radio SRF hat die Frage 2011 in der Sendung «Mailbox» aufgenommen, nachdem einem Hörer der Unterschied zu Deutschland aufgefallen war. Die Sendung hält fest, dass der Verlobungsring und vor allem der Ehering in der Schweiz an den linken Ringfinger gehören, während in Deutschland der Ehering rechts und der Verlobungsring links steckt.

Damit liegt die Schweiz im europäischen Normalfall. Der Wikipedia-Artikel «Ehering» beschreibt, dass in den meisten europäischen Ländern der Trauring am linken Ringfinger getragen wird, in Deutschland und Österreich dagegen am rechten.

Land Ehering Verlobungsring
Schweiz links uneinheitlich (siehe unten)
Deutschland rechts links
Österreich rechts links
Die meisten anderen europäischen Länder links je nach Land

Der Verlobungsring: hier widersprechen sich die Quellen

Beim Verlobungsring ist die Lage weniger klar. Nach Radio SRF wird auch er in der Schweiz links getragen. Der Wikipedia-Artikel «Verlobungsring» ordnet die Schweiz in seiner Übersicht dagegen einer Gruppe von Ländern zu – unter anderem Italien, Spanien und den Niederlanden –, in denen der Verlobungsring rechts und der Ehering zusammen mit dem Vorsteckring links getragen wird.

Für Sie heisst das: Beide Varianten kommen vor, und keine ist «falsch». Wer den Verlobungsring links trägt, kann ihn nach der Hochzeit einfach dort lassen und den Ehering dahinter anstecken. Wer ihn rechts trägt, wechselt ihn nach der Hochzeit oft nach links oder trägt ihn weiterhin allein an der rechten Hand.

Warum gerade der Ringfinger?

Der Brauch ist alt. Nach dem Wikipedia-Artikel «Ehering» trugen schon die alten Ägypter und die Römer den Trauring am Ringfinger der linken Hand. Dahinter stand die Vorstellung, dass eine Ader – die sogenannte Vena amoris – direkt von diesem Finger zum Herzen führe. Der Brauch, den Trauring am Ringfinger zu tragen, hat sich bis heute erhalten – nur die Seite unterscheidet sich von Land zu Land.

Gibt es eine Vorschrift?

Nein. Für die Trauung verlangt das Zivilgesetzbuch keine Ringe: Nach Artikel 102 ZGB fragt die Zivilstandsbeamtin oder der Zivilstandsbeamte die Verlobten einzeln, ob sie miteinander die Ehe eingehen wollen, und mit dem beidseitigen Ja ist die Ehe geschlossen. Die Trauung ist öffentlich und findet vor zwei volljährigen Zeuginnen oder Zeugen statt. Der Ringtausch ist ein Brauch, kein Teil der rechtlichen Form – und an welcher Hand ein Ring danach getragen wird, entscheidet jedes Paar selbst.

Es gibt auch praktische Gründe, von der Gewohnheit abzuweichen: Wer mit der linken Hand viel greift, Werkzeug hält oder Handschuhe trägt, steckt den Ring vielleicht lieber an die andere Hand. Paare aus der Schweiz und aus Deutschland oder Österreich können sich auf eine gemeinsame Seite einigen oder tragen den Ring bewusst so, wie es in ihrer jeweiligen Familie üblich ist.

Verlobungsring und Ehering zusammen tragen

Viele tragen den Verlobungsring nach der Hochzeit weiter. Der Wikipedia-Artikel «Verlobungsring» beschreibt, dass er danach entweder nicht mehr oder als Vorsteckring getragen wird: Er sitzt dann vor dem Ehering, also näher an der Fingerspitze. Eine weitere Variante ist, beide Ringe zusammen am rechten Ringfinger zu tragen.

Damit zwei Ringe gut nebeneinander liegen, braucht es etwas Planung:

  • Fassung und Form: Ein Solitär mit hoher Fassung kann am Ehering anstossen oder sich verdrehen. Ein Goldschmied kann die Fassung so gestalten, dass der Ehering daneben bündig liegt, etwa mit einer erhöhten Fassung oder einer Aussparung im Ehering.
  • Metall und Farbe: Entscheiden Sie, ob beide Ringe dasselbe Metall haben sollen oder bewusst einen Kontrast bilden, etwa Weissgold zu Rotgold.
  • Breite und Ringgrösse: Zwei Ringe am selben Finger wirken wie ein breiter Ring und können enger sitzen. Lassen Sie die Grösse mit beiden Ringen zusammen prüfen.
  • Gleicher Finger wie geplant: Lassen Sie die Ringgrösse an dem Finger messen, an dem der Ring später tatsächlich getragen wird.

Wer den Verlobungsring beim selben Atelier kauft wie später die Eheringe, kann beides von Anfang an aufeinander abstimmen lassen. Mehr dazu auf den Seiten zu Verlobungsringen und Antragsringen und zu Eheringen und Trauringen.

Was das für die Bestellung der Eheringe bedeutet

Klären Sie die Hand, bevor das Atelier misst. In der Schweiz wird die Ringgrösse meist als Innenumfang in Millimetern angegeben, und gemessen wird an dem Finger, an dem der Ring sitzen soll. Breite Ringe brauchen oft eine etwas grössere Nummer als schmale, und wer zusätzlich einen Vorsteckring trägt, sollte beide Ringe zusammen anprobieren. Gute Ateliers messen mit Messringen in der gewünschten Breite und fragen nach, an welcher Hand und mit welchem zweiten Ring der Ehering getragen wird. Auch die Innengravur lässt sich so planen, dass sie bei einem späteren Handwechsel und einer allfälligen Grössenänderung möglichst erhalten bleibt.

Wenn der Ring an der anderen Hand nicht passt

Wer die Hand wechselt – etwa nach der Hochzeit vom rechten an den linken Ringfinger –, merkt manchmal, dass der Ring dort zu eng oder zu weit sitzt. Ein Goldschmied kann schlichte Ringe meist um wenige Grössen anpassen; bei Ringen mit Steinen rundherum ist das schwierig. Mehr dazu auf der Seite Ring vergrössern oder verkleinern lassen.

Fazit

In der Schweiz gehört der Ehering nach Brauch an den linken Ringfinger, in Deutschland und Österreich an den rechten. Beim Verlobungsring sind die Angaben uneinheitlich; verbreitet ist, ihn links zu tragen und nach der Hochzeit als Vorsteckring vor dem Ehering zu behalten. Eine Vorschrift gibt es weder für das eine noch für das andere. Wichtiger als die Hand ist, dass die Ringe gut sitzen und zusammenpassen – Ateliers für Eheringe und Verlobungsringe finden Sie im Verzeichnis der Goldschmiede.

Häufige Fragen

An welcher Hand trägt man in der Schweiz den Ehering?
Üblich ist der Ringfinger der linken Hand. Radio SRF hat das in seiner Sendung «Mailbox» bestätigt und den Unterschied zu Deutschland erklärt, wo der Ehering rechts getragen wird.
An welcher Hand trägt man den Verlobungsring in der Schweiz?
Dazu gibt es keine einheitliche Regel. Nach Radio SRF gehört auch der Verlobungsring in der Schweiz an die linke Hand; die Übersicht im Wikipedia-Artikel «Verlobungsring» ordnet die Schweiz dagegen Ländern zu, in denen er rechts getragen wird. Viele tragen ihn links und behalten ihn dort nach der Hochzeit als Vorsteckring.
Kann man den Verlobungsring nach der Hochzeit weiter tragen?
Ja. Nach der Hochzeit wird der Verlobungsring entweder nicht mehr oder zusammen mit dem Ehering getragen, dann meist vor dem Ehering als Vorsteckring. Damit beide Ringe gut nebeneinander sitzen, lohnt es sich, sie von Anfang an aufeinander abstimmen zu lassen.
Muss man den Ehering an einer bestimmten Hand tragen?
Nein. Weder für die Trauung noch danach gibt es eine rechtliche Vorgabe. Manche tragen den Ring wegen der Arbeit, wegen Linkshändigkeit oder aus Familientradition an der anderen Hand.

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